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Neue Lyrik aus dem Brechtbau

Posted in Sakrales von eusebia - November 4, 2007

Gattung mit Mängeln

 

Ich mag solche Menschen nicht:

Die spielend ihre Welt beherrschen,

Doch von Spiel ist keine Spur.

Ernsthaftigkeit und Aufstieg nur

Hält sie auf ihren Streberärschen.

 

Ich mag solche Gesten nicht:

Mit einem Schwung der starken Hände

Verbreiten sie ihr Eigentum,

Markieren Territorium,

Wie Hunde aus der Hundelende

 

Ich mag dieses Grinsen nicht:

Das sie, begegnen sie sich, grinsen.

Es wirkt nicht lieb, nur jovial.

Nicht freudig, nurmehr freudlos schal –

Der dicken Eier Zinseszinsen.

 

Das ist der Mann der Neuen Welt:

Gestriegelt, stark, wertbewußt, dumm,

Zweifelsfrei von sich eingenommen,

Schon früh zum ganzen Kerl verkommen.

So einer brächt‘ sich niemals um.

 

Und das ist schade.

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6 Antworten to 'Neue Lyrik aus dem Brechtbau'

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  1. wanda(B) said,

    so inspiriert und vergrämt – vor 11!

  2. Eusebia said,

    Nö, das Gedicht ist schon vor ein paar Tagen nachmittags entstanden, beim Anblick eines dieser gestylten, poloshirttragenden Sport- und Irgendwasnochähachso“Geisteswissenschaften“weilshaltseinmuß-Pfeifen, der seine Stifte mit derselben verächtlichen Handbewegung auf den Tisch geworfen hat, mit der manche Leute Bedienungen oder KassiererInnen den zu zahlenden Betrag hinwerfen, weil sie ja nichts mit dem schnöden Mammon und dem einfachen Volk zu tun haben wollen, Ihr wißt, was für Typen ich meine. Bäh.

    BuB E.

  3. wanda(B) said,

    Ich, als Tochter des aufstrebenden Bprgertums, verachte solche Gesten natürlich auch auf das Allertiefste – aber nicht weil sie von Kapitalismus und Überheblichkeit zeugen (ohne diese Eigenschaften wäre das aufstrebende Bürgertum ja im nu aussterbend), sondern weil sie ein abhanden kommen von Haltung und Contenance aufweist.
    Manieren und Anstand!
    (die Frage die sich mir da stellt ist, warum ist es mir einerseits so wichtig pro Mittagessen mindesten 3 Mal Arsch/ Ficken oder Schwanz zu sagen, gleichzeitig lege ich aber größten Wert auf die oben genannten Tugenden.)

  4. Frau Lehrerin said,

    Zu Eusebia:
    Toll! Ich würde gerne auch solche Sachen dichten können…

    Zu WandaB:
    Ja…ich habe von meiner Kollegin „verschissen“ übernommen, das kann man als Präfix vor alles hängen was man doof findet..

  5. Eusebia said,

    Du bist von der Welt noch nicht angeekelt genug, liebe Frau Lehrerin…

  6. wanda(B) said,

    Willst du Frau Lehrerin beleidigen Eusebia? Ich finde FL ist durchaus adäquat angeekelt und zynisch und gar nicht Lebensfroh oder irgendwie positiv! Also unterstelle ihr bitte so etwas nie wieder!!!!!


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