Mensaverbindung Fergenhansia


Grußwort der Fakultativ Nachschlagenden Mensaverbindung Fergenhansia anlässlich des Zátopek-Abends zur Rettung der Mensa Wilhelmstraße und ergo auch unseres Vereinsheimes „Wahlessenssaal Fergenhans“, vorgetragen von BuB Connaisseur, schweigend bestätigt von BuB Eusebia und einem halben BuB Niiiiiiiiiiils, unterstützt von der Fakultativ Streichelnden AV Aulendorphia

Posted in Mensabezogenes von eusebia - Juni 18, 2009

f.y.i.

Alle:
Fergenhansia sei’s Panier!

Einer:
Hohes Präsidium, sehr geehrte Herren Waffen-, Farben- und Verbandsbrüder der fakultativ streichelnden AV Aulendorphia und des Stammtisches Unser Huhn, hochzuverehrende Damen, sehr geehrte Festcorona, hochgeehrter Club Zátopek im ebenso hochgeehrten Club Voltaire, wohlmeinender und darobst aufs Herzlichste gegrüßter Verein Haaggasse 26b, und in Herz und Geist auch die AV Bierkelleria,

mit großer Freude darf ich Ihnen zu Ihrem heutigen Abend zur Errettung der Mensa Wilhelmstraße und insbesondere des Wahlessenssaales „Fergenhans“, Hort und Heimstatt und gleichwohl nahezu Vaterland, so mag ich sagen, der Fakultativ Nachschlagenden Mensaverbindung Fergenhansia, die herzlichen Grüße derselben übermitteln, deren kleine Gesandtschaft vor Ihnen steht in Kameradschaft und Ehre und vollem Wichs.

In einer Zeit schnellen Wandels und neuer Lebensformen werden an alle Staatsbürger Anforderungen gestellt, die besonders für unsere junge Generation schwierige Fragen aufwerfen. Aber auch wir Alten Herren und über die Jahre und Jahrzehnte hinweg der Fergenhansia verpflichteten Alten Hasen sehen uns nun Aug‘ in Auge einem Schicksal gegenüber, welches unsere althergebrachten Traditionen aufs Empfindlichste zu erschüttern droht.

Als dereinst unser Namenspatron Johannes Nauclerus alias Johannes Vergenhans, der alte Fährmann und Schiffsherr, anno 1459 an den Gestaden des Neckar auf Höhe der heutigen Alten Aula das Ufer betrat und gen Landinneres stieg, setzte er sein wohlfeil gefülltes Picknickkörbchen an ebenjener Stelle ab, an der anno 1476 Graf Eberhard im Bart begann, regelmäßig sein Viertele zu schlotzen und darob sich auf die wunderbare Idee besann, an Fergenhansens Landgangsstelle 1477 dann den Grundstein für die altehrwürdige Eberhard-Karls-Universität zu legen, die eigentlich Eberhard-Fergenhans oder von mir aus auch Eberhard-Nauclerus-Universität heißen sollte. Dort, wo vor Jahrhunderten also ein prall gefüllter Picknickkorb stand, sollte Jahrhunderte später die Fakultativ Nachschlagende Mensaverbindung Fergenhansia ihr Verbindungshaus, genauer: ihren großen Festsaal, und noch genauer: die Heilige Stätte zu Ehren ihres heißgeliebten Patrons errichten.

Seither ist viel geschehen. Nationen kamen und gingen, große Reiche wurden errichtet und vernichtet, große Männer wurden zu großen dicken Männern, und große dicke Männer vollbrachten Heldentaten. Und wo anderswo im Land Kriege herrschten, wo sich anderswo der Katholik und der Reformer die Schädel einschlugen, wo man anderswo Großtaten mit Kreuz und Schwert vollzog, so focht man an jenem Picknickplatz mit anderem Kaliber: dem Kulinarischen nämlich. Nicht nach den Sternen zu greifen galt es, sondern den Speichelfluß der großen dicken Männer zu erregen, damit diese wieder an ihre Fronten zurückkehren konnten, satt, zufrieden und gestärkt – per ambrosia ad calamitas.

In diesem Geiste versammelt sich seit 2003 nun die Fakultativ Nachschlagende Mensaverbindung Fergenhansia, tapfere Männer und Frauen, um dort dem altehrwürdigen Picknicker Nauclerus Ehre zu erweisen und in seiner Nachfolge den kulinarischen Genüssen zu frönen, die mittlerweile der liebenswerte Herr Wu zu kredenzen versteht, seiner erbärmlichen Existenz sei an dieser Stelle gedacht!

Ausgehend von diesem unserem Saale Fergenhans, an der Nauklerstraße gelegen und gefüllt mit den Düften der Jahrhunderte – Fett, Pommes, Dörrfleisch und Mayonaise –, stoßen die Bundesbrüder und -schwestern alltäglich wieder gestärkt, zufrieden und satt hinein ins Geschehen, das der Eberhard-Nauclerus-Universität sich zu drehen hilft und vulgo das Rad der akademischen Welt eine weitere Viertelsumdrehung mit dem Uhrzeigersinn weiterkurbelt.

Doch all das, all diese Geschichte, soll nun zuende gehen, denn ein Gespenst geht um in Tübingen – das Gespenst der Abrißbirne! Eine Abrißbirne, ein unbezahnter Morgenstern, geschwungen von der Hand derer, die sich nicht kümmern um Traditionen, um kulinarische Großtaten und ein gepflegtes Abhängen in der ins Unvernünftige verlängerten Mittagspause vor der malerischen Stahl- und Glaskulisse der Mensa Wilhelmstraße, bedroht nun wie der eine einzelne Hoden des Damokles ein Bauwerk, dessen ideeller Wert noch weit über seinem Materiellen steht: Unsere Mensa Wilhelmstraße, unser Wahlessenssaal Fergenhans, unser Blut, unser Erbrochenes und unser fester Boden!

Doch Jammern hilft nichts in Zeiten wie diesen, darum begrüßt und unterstützt die Fakultativ Nachschlagende Mensaverbindung Fergenhansia den hehren und tapferen Rettungsversuch des Clubs Zátopek, ein letztes, kleines Stückchen Vaterland zu erhalten inmitten dieses Mahlstroms aus Internationalität, Globalisierung, Exzellenz und Erstsemestern, die’s noch nicht läuten gehört haben.

Wir danken dem Club Zátopek somit auf’s Herzlichste, und unser Dank gilt auch der im Untergrund agierenden AV Bierkelleria, Herrn Wu, den Damen in der Caféteria, Nestlé für Eis und Kaffee, der Sonne, dem Mond und den Sternen, Amsel, Drossel, Fink und Star, allen hier Anwesenden, allen Kameraden, die für die Sache gefallen oder zu fallen bereit sind, all denjenigen, die ihre Leibschmerzen mit Würde tragen um der Mensa Wilhelmstraße Willen.

All jenen gilt unser dreifach:

Alle:
TABLETT AUFS BAND!!!

TABLETT AUFS BAND!!!

TABLETT AUFS BAND!!!

Einer:
Vielen Dank.

Alle ab.

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3 Antworten to 'Grußwort der Fakultativ Nachschlagenden Mensaverbindung Fergenhansia anlässlich des Zátopek-Abends zur Rettung der Mensa Wilhelmstraße und ergo auch unseres Vereinsheimes „Wahlessenssaal Fergenhans“, vorgetragen von BuB Connaisseur, schweigend bestätigt von BuB Eusebia und einem halben BuB Niiiiiiiiiiils, unterstützt von der Fakultativ Streichelnden AV Aulendorphia'

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  1. wandinchen said,

    schöööööööööööööööön!

  2. Bernd said,

    Schön haste det gemacht. Aber das sagte ich ja bereits.

  3. Eusuhrbier said,

    Gracias all!

    Sagt mal, sollen wir das Ding (mit entsprechender Einleitung) ans Tagblatt schicken, als Statement oder so, wie Rev. M. das vorschlug? An die Studentenaktiven vom Bierkeller hab ichs ja schon weitergeleitet, die das ans Studentenwerk etc. geben wollen, höhö.

    TaB, BuB E.


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